794 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Bestimmung der .41kalilb'slichkeit Proben zu 0,5 g wurden mir 50 ml 0,1 N Natronlauge w•ihrend 60 min bei 66 øC behandelt. AnschlieBend daran wurden die Proben dutch einen Glas- filterriegel (Porosit•it 1) filtriert, neutral gewaschen, mir verdfinnter Essig- s•iure anges•iuert, erneut neutral gewaschen und danach 2 Stdn bei 105 øC getrocknet und zurfickgewogen. Parallel zur Einwaage wurde eine Feuchtig- keitsbestimmung durchgeffihrt. Dazu wurden 50-100 mg des Ausgangs- materials eingewogen, w•ihrend 2 Stdn bei 105 øC getrocknet, 1 Std im Ex- sikkator abgekfihlt und zurfickgewogen. Bei der Einwaage wurde die Menge an adsorptiv gebundenem Wasset abgezogen. Der Gewichtsverlust in Prozent wird als Differenz zwischen dem Trockengewicht der Proben vor und nach der Behandlung bestimmt. Von jeder Probe wurden 3 Bestimmungen durch- geffihrt, der h6chste bzw. niedrigste Weft verworfen und das Mittel aus den zwei verbleibenden Wetten gebildet (3). ERGEBNISSE Die verschiedenen Faserproteine, wie Wolle, Mohair, Humanhaar, unter- scheiden sich in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften. Ins- besondere zeigen sich gewisse Unterschiede bei den verschiedenen L6slich- keitstesten zwischen Wolle und Mohair einerseits und Humanhaar anderer- seits. Nicht nut die hier zur Diskussion stehende Alkali16slichkeit zeigt abweichende Werte z.B. gegenfiber Merinowolle, sondern auch die ge- sondeft zu besprechende Hamstoff-Bisulfit- (11) und Perameisens•iure- Ammoniak16slichkeit (12) ffihren bei den verschiedenen Faserproteinen zu unterschiedlichen Wetten. Andererseits muB gesagt wetden, dab innerhalb verschiedener Humanhaarsorten nut geringe Unterschiede bei der Alkali- 16slichkeit festzustellen sind. Diese Untersuchungen mfiBten allerdings auf weltere Humanhaare unterschiedlicher Herkunft ausgedehnt wetden, urn ein endgfiltiges Urteil fiber diesen Befund abgeben zu k6nnen. f•ber den EinfluB des Faserdurchmessers von Wolle auf die Alkali16slichkeit wurde bereits berichtet. Dabei wurde festgestellt, dab eine Beziehung zwischen der Feinheit und der Alkali16slichkeit besteht, da reinere Wolltypen eine h6here Alkali16slichkeit aufweisen als gr6bere Wollen (13). Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse kann allerdings angenommen wetden, dab die Feinheit des Humanhaares keinen EinfluB auf die Alkali16slichkeit ausfibt, da ffir L6slichkeitsuntersuchungen in jedem Fall ein Haargemisch mir unter- schiedlichen Durchmessem der Einzelhaare zur Anwendung gelangt.
DIE ALKALILOSLICHKEIT 795 In 7'abelie I sind einige der wichtigsten Daten verschiedener Faserproteine aufgezeigt. Ein Vergleich dieser Werte zeigt eindeutig, dab Humanhaar nicht nur hinsichtlich des Faserdurchmessers, sondern insbesondere im Cy- stingehalt und damit im Quervernetzungsgrad sich von den anderen Faser- proteinen unterscheidet. Diese Tatsachen sowie die h6here Kristallinit2t und die Pigmentation des Humanhaares dtirften u. a. daftir verantwortlich sein, dab die Ergebnisse von L6slichkeitstesten bei Wolle und Humanhaar nicht miteinander verglichen werden k6nnen. Bei der oxidativen Behandlung von Faserproteinen nimmt in Abh2ngig- keit von der Einwirkungszeit, der Temperatur und dem pH-Wert der Cystin- gehalt ab und der Cysteins2uregehalt zu. In umfangreichen Untersuchungen wurde nun allerdings festgestellt, dab die Summe aus verbleibendem Cystin und gebildeter Cysteinsiiure in derart behandelten Proben in den seltensten Fiillen der unbehandelten Probe entspricht (9). Aus diesera Grunde wurde in der Folge auf die Bestimmung des Cystingehaltes verzichtet. Es soll nur der resultierende Cysteins2uregehalt im Verh21tnis zur Alkali16slichkeit diskutiert werden. Tabelle I Kenndaten verschiedener Keratinfasern Faserprotein Durchmesser (/•m) s (%) Cyatin OtMol/g) Alkali- 16slichkeit (%) Merinowolle Lincolnwolle Mohair Humanhaar braun Humanhaar grau Humanhaar schwarz 21,0 3,42 458,0 16,0 38,5 3,58 478,0 13,0 33,5 3,16 435,0 12,0 80,0 5,36 709,0 6,0 71,0 4,95 660,0 5,0 66,0 5,11 685,0 5,0 76,0 4,83 648,0 7,0 58,0 5,30 710,0 6,0 90,0 5,08 678,0 5,0 88,0 5,22 700,0 5,0 110,0 5,03 672,0 6,0 In einer ersten Untersuchungsreihe wurden Humanhaare in w•iBriger L6sung, in einer gelf6rmigen Zubereitung und mittels einer Haarfestiger- 16sung blondiert. Das Ausgangshaar zeigte eine Alkali16slichkeit von 6,0 % bei einem Cysteins2uregehalt von 45#Mol/g. Die ermittelten Werte sind in Tabe//e II wiedergegeben. Von gewissen Schwankungen abgesehen besteht eine gute Korrelation zwischen der Alkali16slichkeit und den Cysteinsiiure- werten.
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