842 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS yon Konservierungsmitteln in kosmetischen Priiparaten dutch Parftim61- Kompositionen zu erhalten, gaben folgende Oberlegungen: 1. Die Notwendigkeit, Kosmetika mir kontrolliertem Keimgehalt zu produzieren, macht den Einsatz yon Konservierungsmitteln erforderlich. 2. Die unbedenkliche Anwendung herk6mmlicher Substanzen zur Kon- servierung der Kosmetika, wie z.B. des 2,2'-Dihydroxy-3,5,6,3',5',6'- hexachlordiphenylmethan (Hexachlorophen©), ist in letzter Zeit aufgrund ihrer angeblichen Schiidlichkeit gegentiber dem menschlichen Organismus in Zweifel gezogen worden (2). Es mug daher nach Ersatz gesucht wetden. Dazu bieten sich u. a. die iitherischen (31e an, welche gleichzeitig die Funktion der Konservierung wie der Parftimierung tibernehmen k6nnten und damit dem Wunsche niiherkiimen, Zusatzstoffe an einer unteren Dosie- rungsgrenze zu halten. Trotz einer Reihe spezieller Arbeiten [(3) his (12)] tiber die antimikro- bielle Wirksamkeit iitherischer Ole und Parftim61-Kompositionen erscheint es uns schwierig, basierend auf diesen Ver6ffentlichungen, parftimistisch brauchbare Kompositionen zu schaffen, die als Konservierungsmittel in Kosmetika eingesetzt werden k6nnten, weil einmal die Spektren der geprtiffen Substanzen und die Auswahl der Mikroorganismen zu verschieden und zum anderen die angewandten Untersuchungsverfahren in Ausftihrung, Zweck und Ergebnissen zu divergierend sind, um endgtiltige Aussagen tiber die anti- mikrobiellen Eigenschaffen des Untersuchungsmaterials zu machen. Deswe- gen haben wit mir eigenen Untersuchungen begonnen, um neue Hinweise auf die Verwendbarkeit yon Parftim61-Kompositionen als Konservierungsmit- tel in Kosmetika zu erhalten. MATERIAL UND METHODEN Zu den vorliegenden Versuchen wurde eine Reihe iitherischer Ole und Riechstoffe ausgewiihlt, die einerseits laut Literatur antimikrobielle Wirk- samkeit aufweisen sollten, andererseits aber auch parftimistisch besonders wichtig sind, dazu im Vergleich drei Konser.vi•ungsmittel des Handels (13) (14) (15). Alle iitherischen Ole und Riechstoffe staremen vom inter- nationalen Markt. Sie wurden ohne irgendwelche Vorbehandlung eingesetzt, da in Vorversuchen dutch Bebriiten in Niihrbouillon kein Keimgehalt fest- gestellt werden konnte. In der Auswahl der Mikroorganismen richteten wir uns weitgehend nach den Angaben in der Literatur. Wir testeten Mikroorganismen, deren Isolie- rung aus Kosmetika beschrieben worden ist [(15) his (22)] hierbei handelt es sich haupts•ichlich um Colibakterien, Proteus vulgaris, Staphylokokken und Pseudomonaden neben Penicilliumarten, Aspergillen und Helen. Ffir
MOGLICHKEITEN DES ERSATZES VON KONSERVIERUNGSMITTELN 843 die vorliegenden Versuche verwendeten wit folgende Bakterienst•imme: Staphylococcus aureus SG 511 -Escherichia coli- Proteus vulgaris -Pseudo- monas aeruginosa. Die Stiimme wurden der Stammsammlung des Institutes entnommen. Bei der Auswahl der Methodik muBte beachtet werden, dab es nicht um die M6glichkeiten der Raumdesinfektion ging (3), wobei es auf die anti- mikrobielle Wirksamkeit der D•impfe der Riechstoffe ankommt. Die von Vincent und Vincent (23) angegebene Pliittchenmethode schien uns nicht geeignet, weil die Diffusionsgeschwindigkeiten der einzelnen Substanzen zu verschieden sind. Die zu erwartenden Ergebnisse werden weitgehend dutch die Diffusionsrate bestimmt, nicht dutch die tats•ichliche antimikrobielle Wirksamkeit (16). Nach Paetzold (24) stellen Salben sehr unte•schiedlich gute N/ihrb6den ffir Mikroorganismen dar sicherlich lassen sich diese Ergebnisse auf die Kosmetika allgemein iibertragen. Kosmetika und damit auch deren Parffi- mierung werden Stabilit•itsversuchen unterzogen, die aufgrund der ange- wendeten Temperaturen auch als eine Bebriitung aufgefaBt werden k6nnen. Um den Praxisbedingungen m6glichst nahezukommen und dabei gleichzei- rig den Mikroorganismen einen guten Niihrboden zu geben, x•urden in Anleh- nung an Dabbah et al. (10), die die antimikrobielle Wirksamkeit von Agru- men61en prfiften, die Versuche nach den ,,Richtlinien ffir die Prfifung che- mischer Desinfektionsmittel der Deutschen Gesellschaft ffir Hygiene und Mikrobiologie" (25) durchgeffihrt. Wit haben damit eine Versuchsordnung gew/ihlt, die ffir die Anwendung im medizinischen Bereich eine allgemein anerkannte Stabilisierung erfahren hat und vergleichbare Ergebnisse lieferr. Die yon uns verwendeten, hiiufig aus Kosmetika isolierten Bakterienarten sind gleichzeitig auch in den Richtlinien als Testkeime zur Bestimmung der baktericiden Wirkung im Suspensionsversuch vorgeschrieben. Die Bebrii- tungstemperatur von 37 øC entspricht ebenfalls den Richtlinien, sie stellt die optimale Vermehrungstemperatur der Testkeime dar und entspricht den praktischen Verh•iltnissen bei der Anwendung von Kosmetika auf der menschlichen Haut. Die Untersuchung der konservierenden Wirkung •itherischer Ole bei Temperaturen unter 37øC und /fiber einen liingeren Zeitraum, also unter Verh/iltnissen, wie sie bei der Lagerung kosmetischer Pr•iparate herrschen, war nicht Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Die dabei auftretenden Pro- bleme, wie z. B. selektiver Wachstumsvorteil von Keimen, deren Tempera- turoptimum unter 37 øC liegt oder eventuell temperaturabh/ingige Ver•inde- rung der antibakteriellen Aktivit•it der •itherischen Ole, m•ssen dutch ge- iinderte Versuchsanordnungen erfaBt werden.
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