OBER NATORLICHEN UND ARTIFIZIELLEN HAUTGERUCH 837 M•)GLICHKEITEN UND BEDEUTUNG DER BEEINFLUSSUNG DES HAUT- UND I•SRPERGERUCHS Nach den obigen Ausftihrungen tiber das Zustandekommen des Haut- und K6rpergeruches bieten sich zu deren Beeinfiussung drei verschiedene M6glichkeiten an: 1. Die Werminderung und Vera•derung des nat,?lichen Hautgeruches durch Einschra•kung der Geruchsquellen Im Vordergrund steht dabei neben einer peniblen Reinigung, bei der praktisch die gesamte Oberfi•ichenschicht aus Kerafin, Talg- und SchweiB- rtickst•inden entfernt wetden mtiBte, die Entfernung aller Haare, deren Rolle als GeruchstEiger am ehesten noch bei den Achselhaaren erkannt wird. Zu- s•itzlich mtiBte ein so sauberer und enthaarter Mensch abet auch noch saug- f•ihige Vorlagen in Achselh6hlen, im Schritt und zwischen den Zehen tragen. Wenn er dann noch entsprechend zurtickhaltend iBe und mehrfach tiglich das Bidet bentitzte, k6nnte sich ein solchef Mensch wenigstens ftir uns Mit- menschen so ziemlich dem ,,geruchlichen Nullpunkt" nihern. Ob man ihn dann allerdings noch ,,riechen mag", steht auf einem anderen Blatt. 2. Die Verahderung des nat,?lichen Hautgeruches durch Behand/ung der ge- samten Oberfl#che Der ebengenannten, ,,seelenlosen" Geruchsminderung steht ein yon un- serer Kultur akzeptierter KompromiB gegentiber: Eine verntinftigerweise nicht ganz vollst•indige Reinigung etwa durch ein Bad, das meist zur Appli- kation yon Duftstoffen benutzt wird, die t•igliche Haarpflege und ein Niu- tiger Wechsel der W•ische, die ihrerseits nicht nut der Bindung unerwtinsch- ter Geruchsbildner, sondern auch als Tr•iger zus•itzlicher Duftstoffe dienen kann. 3. Die gegielte Behand/ung der wichtigsten Geruchsquellen Die dritte M6glichkeit zur Beeinflussung des Haut- und K6rpergeruches richter sich speziell gegen die frtiher erw•ihnten Hauptquellen des Individual- geruches. Er reicht yon der Pfiege und Parftimierung der Haare, tiber Mittel zur Oberdeckung von Mund- und Atemgertichen, Rasur, SchweiBbekimp- lung und Desodorierung der Achselh6hlen, tiber die Intimkosmetik bis hin zur Bek•impfung des FuBschweiBes - kurz, er umfaBt einen GroBteil der modemen Kosmetik, die gerade hier auch immer Parftimistik ist.
838 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Denn kaum eine Kultur hat die K6rperpflege ausschlieBlich als Reinigung berrieben, sondern immer auch mir dem Versuch kombiniert, den natfirlichen Hautgeruch zu vermin&m, zu ver•indern oder auch zu verst•irken. ZUKONFTIGE PARFOMISTIK Man ist nut zu leicht geneigt, in solchen MaBnahmen eine Verspieltheit tibers•ittigter Kulturen oder modische Narrheiten zu sehen. Doch nut zu leicht vergiBt man den wahren sozialen und sexuellen Hintergrund des Individualgeruches, der bis zum Vorliegen gesicherter Fundamentalkennt- nisse v611ig mir Recht als magisch und raystisch angesehen wird. Mir ist nicht bekannt, ob es diesen Zweig einer wissenschaftlichen Par- ftimistik tiberhaupt schon gibt. Ich bin abet fiberzeugt, dab gerade auf dem Gebiet der Psychologie und Soziologie des Individualgeruches noch erheb- liche f2berraschungen zu erwarten sin& Wahrscheinlich dtirften ftir die zuktinftige Parftimistik zun•tchst jedoch praktische Fragen im Vordergrund stehen. Zu denken w ,tre dabei z. B. an Depotparftims, an laterite Parftims, d. h. solche, die erst bei Erh6hung der Hauttemperatur oder erh6hter SchweiBsekretion freigesetzt wetden oder auch an Substanzen, die mir der Nahrung zugeftihrt, als Duftstoffe tiber die Haut ausgeschieden wetden (es muB nicht immer Knoblauch sein). Abet dann dtirften andere Fachgebiete yon der Biochemie tiber die Zoologie und Dermatologie bis hin zur Neuropsychologie und Psychosoziologie soviel Material geliefert haben, dab sich die wissenschaftliche Parftimistik geradezu zwangsl•tufig mir den Grundfragen des menschlichen Zusammenlebens und seine Beeinflussung tiber den Individualgeruch oder auch mir der Behandlung seelischer St6rungen dutch Ver ,tnderung des Individualgeruches bescNifti- gen wird. Dies mag im ersten Augenblick utopisch klingen, an Parapsychologie und Telepathie erinnem. Doch die ersten Anhaltspunkte ftir eine solche weitreichende Bedeumng des Haut- und K6rpergeruches sind bereits er- kennbar. M6ge die wissenschaftliche Parftimistik sie bald aufgreifen und zum Nutzen der Gesellschaft und des einzelnen weiterentwickeln. ZUSAMMENFASSUNG Die Ursachen des nattirlichen Eigengeruches des Menschen werden be- sprochen. Die Individualsph•tre des Geruchs entspricht ungefiihr den drei Komponenten, Kleidung und Haare sowie Hautoberfl•tche und K6rper6ff-
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