804 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS PRINZIP DER METHODE Wir untersuchten die Wirkung des Natriumlaurylsulfats nach der Methode, die auf der bekannten Tatsache beruht, dab die ungesch•idigte Haut im elektrischen Stromkreis gem•iB ihrem Aufbau einen Widerstand wechselnder Gr6Be darstellt. Der elektrische Widerstand der Haut ist bei Gleichstrom h6her, bei Wechselstrom geringer. Dieset Unterschied der Widerstands- werte bei Gleich- und Wechselstrom ist dadurch zu erkl•iren, dab in der Haut auBer dem ohmschen Widerstande in der Grenzfi•iche auch ein kapazitiver Widerstand besteht. Die Haut kann also hinsichtlich ihres elektrischen Ver- baltens dutch die Parallelschaltung eines ohmschen Widerstandes und einer Kapazit•it ann•ihernd ersetzt werden. Ohmschef Widerstand und Kapazifiit bilden zugleich eine e/ektrische Impedan•, deren Wert ftir das untersuchte Hautgebiet charakteristisch ist. Die vorgenannten elektrischen Eigenschaften lokalisieren sich in den Schichten der Epidermis. Der elektrische Widerstand himrot n•imlich bei der Entfernung der oberen Hautschichten ab. Die die elektrischen Eigenschaften bedingende strukturell zusammenNingende Gren- ze ist die Barriere yon Szakall. Diese Barriere schtitzt den Organismus vor den yon der Hautoberfl•iche eindringenden Stoffen und verhindert infolge ihrer elektrischen Ladung die Penetration ionenhaltiger FRissigkeiten. Des- halb bestimmt die elektrische Ladung der Barriere auch die Permeabilit•it der oberen Hautschichten ftir Elektrolyten. Aus den gut registrierbaren Ver•inderungen der elektrischen Ladung bzw. des Widerstandes l•iBt sich auf das AusmaB der Permeabilifiit ftir Elektrolyten schlieBen. Der Wert der elektrischen Impedanz ist bei der gesunden Haut innerhalb gewisser Grenzen ver•inderlich. Es gibt individuelle Unterschiede und Ab- Ningigkeit yon der Tageszeit, verschiedenen K6rperregionen usw. Ferner beeinflussen den Impedanzwert auch Sch•idigungen, physikalische und che- mische Wirkungen, Hautkrankheiten (z. B. maligne Tumoren u.a.) (3). Daraus wurde geschlossen, dab die elektrische Impedanz der Haut •ihnlich durch Natriumlaurylsulfat ver•indert werde, worauf man mittels Relativ- messungen auf Ver•inderungen der Permeabilit•it der Elektrolyte rtickschlie- Ben k6nne. MESSUNGEN Mir der Apparatur, dem Impedanz-MeBger•it* (vgl. das Schema in nach- stehender .Abbi/daneg ) wurden die Ver•inderungen der elektrischen Impedanz ermittelt. Der mir 1 bezeichnete Wechselstromoszillator lieferr die ftir die * Eingehende Informationen tiber dieses Instrument erteilt der erstgenannte Autor auf Anfragen.
DIE WIRKUNG DES NATRIUMLAURYLSULFATS 805 Schema des Impedanz-MeBgeriites Messung ben6tigte Spannung mir der Frequenz 1600 Hz. Diese Spannung wird /fiber die Eichstufe 2 bzw. MeBeinheit 3 den Elektroden zugef/fihrt. Zur Messung wetden die MeBelektrode 4 und die indifl•rente Erdelektrode 5 mit der zu untersuchenden Hautoberfl•iche verbunden. Die Untersuchung beginnt mir dem Aufbringen eines Tropfens der 1%igen w•iBrigen Natrium- laurylsulfat16sung auf die Haut des (z. B.) linken Handr/fickens der Ver- suchsperson. Danach bedeckt man diese Hautoberfl•iche mit einer Nylon- folienscheibe von 9 mm Durchmesser zur Verhinderung der Verdunstung bzw. des Verlaufens der L6sung. Zwecks Kontrolle appliziert man in analoger Weise, einige cm von der Laurylsulfat-Stelle entfernt, eine physiologische Natriumchlorid16sung. Nach 20 min entfernt man die Folien und trocknet die Haut mir Filterpapier. AnschlieBend miBt man die elektrische Impedanz der vorbereiteten Hautoberfi•ichen. Hierzu legt man die groBfl•ichige mir Gaze/fiberzogene und mir 0,1 N Kaliumchlorid16sung bespiilte zylindrische indifferente Erdelektrode auf die rechte Handfl•iche der Versuchsperson. Sodann vetbinder man die aus Ag/AgC1 bestehende, druckfreie MeBelektrode (20 mm •') (4) (5) mir der Natriumlaurylsulfat- bzw. mir physiologischer Natriumchlorid16sung behandelte Hautoberfl•iche und miBt die Impedanz. Sie l•iBt sich am Ger•it in KQ ablesen. Die Messungen wurden an 15 M•innern und 21 Frauen durchgef/fihrt. Sie ergaben: Na-laurylsulfat physiologische NaC1-L6sung Mittelwert (K•) 10,6 16,5 Medianweft (Kff2) 10,0 17 Extremwerte (Kff2) 8-12 13-20 Aus dieset Zusammenstellung ist zu erkennen, dab die elektrische Impe- danz dutch das Tensid durchschnittlich um 35,8 % verringert wird. Schon
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