jr. Soc. Cosmetic Chemists 23, 807-809 (1972) Die Wirkung des Dimethylsulfoxids auf die Penetration yon Elektrolyten in die Haut GYULA KISS* und ISTVAN HORVATH Synopsis--The effect of dimethylsulphoxide on the penetration of electrolytes into the skin. This investigation concerns the effect of dimethylsulphoxide on the electric impedance of the skin. Measurements on 22 test subjects show that the electric impedance of the skin surface decreases upon application of dimethylsulphoxide. This observation supports the assump- tion that the penetration of electrolytes is facilitated. Die F•ihigkeit des Dimethylsulfoxids in die Haut einzudringen wurde von vielen Autoten untersucht. Es seien jedoch hier nut Stoughton und Fritsch (1), Kligman (2) sowie Leake (3) erw•ihnt und ein Symposiumbericht ange- f/fihrt (4). Besonderes Interesse gilt bekanntlich den Feststellungen (1), dab Dimethylsulfoxid die Penetration von Stoffen in die Haut f6rdert. F/fir den Bereich der Kosmetik ist diese Tatsache ebenfalls von Belang, wie - als Beispiel - eine Arbeit von Elfbaum und Wolfram (5) zeigt. Wit untersuchten die Wirkung von 80- bzw. 90 %igen Dimethylsulfoxid- 16sungen auf die Permeabilit•it der Humanhaut f/fir Elektrolyten. Das Prinzip der Messung der Ver•inderungen der elektrischen Impedanz wurde in der vorangehenden Mitteilung erl•iutert (6). Beztiglich rein medi- zinischer Anwendung sei auf eine fr/fihere unserer Arbeiten verwiesen (7). MESSUNGEN Die Untersuchungeei wurden an 12 Personen durchgef/fihrt. Auf die in- takte Hautoberfi•iche des (z. B.) linken Handr/fickens wurde 1 Tropfen einer * Dermatologische Abteilung (Chefarzt: Dr. Gy. Kiss) des Krankenhauses (Ditektot: Dr. D. Zsembery) der Stadt Esztergom, Volksrepublik Ungarn. 807
8O8 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS 80- bzw. 90%igen Dimethylsulfoxid16sung gegeben. Dann wurde diese Stelle reit einer Nylonscheibe yon 9 mm Durchmesser bedeckt. In einigen cm Entfernung wurde 1 Tropfen einer 0,9%igen Natriumchlorid16sung auf- gebracht und ebenfalls mir einer Folienscheibe bedeckt. Nach einer ]eweils bestimmten Zeit (20 resp. 5, 10, 20 und 30 min) wurden die Folien entfernt und die L6sungsreste mittels Filterpapier beseitigt. Dann wurde mittels des elektronischen Impedanz-MeBger•tes (vgl. Abbildung in der vorange- henden Publikation) die Gr6Be der elektrischen Impedanz der mir der zu untersuchenden und der Kontrol16sung behandelten Hautoberfl•ichenstellen bestimmt. Dabei wird die druckfrei anlegbare Ag/AgC1-MeBelektrode mir den betreffenden behandelten Hautstellen verbunden. In Tabelk I sind die MeBwerte wiedergegeben, die sich an der Handriicken- haut nach 20 min w•ihrender Einwirkung von Dimethylsulfoxid- bzw. von physiologischer Natriumchlorid16sung erfassen lieBen. Die Quotienten aus den Wetten an den Natriumchlorid- und Dimethylsulfoxidstellen bzw. deren Mittelwerte sind unabh•ingig von den individuellen Unterschieden der Impedanz. Tabelle I Dimethylsulfoxid NaC1 (K•9) (KD) NaC1/Dimethylsulfoxid Mittelwert 12,3 26,2 2,3 Medianweft -- -- 2,0 Extremwerte -- -- 1-4 Danach betr•igt die Abnahme der Impedanz 53,1%. Der NaC1/Dimethyl- sulfoxid-Quotient bewegt sich zwischen den Extremwerten 1-4. Die der elektrischen Impedanz proportiondie Permeabilit•it der Elektrolyten nach 20 rain langer Behandlung mir Dimethylsulfoxid wird um das 2,13fache ge- steigert. Die Ergebnisse stimmen fiir 80- und 90%ige Dimethylsulfoxid- 16sungen iiberein, so dab sie nicht getrennt angefiihrt wetden miissen. Die )•nderung der Impedanz der Haut bei einer Dimethylsulfoxidbehand- lung als Funktion der Zeit wurde an 10 Personen nach der beschriebenen Metbode untersucht (Tabdie I[). Man erkennt, dab die elektrische Impedanz der Haut mir der Dauer der Dimethylsulfoxid-Behandlung abnimmt am augenfilligsten ist der Riickgang nach einer Behandlung von 20 min. Die Impedanzwerte der reit physiologi- scher Natriumchlorid16sung behandelten Hautoberfl•iche sind praktisch unver•indert. Dementsprechend zeigt der NaC1/Dimethylsulfoxid-Quotient
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