836 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS CH3 C/•O CH3 Cibaton (Zibetkatze) Muocon (Moschusochse) Nepetalacton (Katze) 0 5 o•-Androst - 16- en -3-on (Schwein) cis - 4 - Hydroxydodeca - 6- enoes•ure- lacton (Reh) t rans-3-M ethyl hex-2-enoesfiu re *) (bei Schizophrenie) Abbildztng 4 Exattolid© H3C- CH2. CH2' CH2 ß COOH Valerians•ure (Katze) H3C 'CH2 -CH2• /H ,,Lockstoffe" (Pheromone) yon Siugetieren (nach A. Comfort, Nalure [LondonJ 230, 432 (1971) *) R. V. Smith, and A. Leorig, J. pharmac. Sci. 61, 316 (1972). Auf den ersten Blick scheint diese kleine Zusammenstellung zwei entgegen- gesetzte Geruchsstoff-Typen zu enthalten. Denn so sehr wit geneigt sind, dem Moschus oder Zibet einen anziehenden Charakter auch in der Par- fiimistik zuzuerkennen, so sicher wiirden wit auf Anhieb die nach Ham riechenden Steroidketone oder die niedrigen Fetts•iuren nach Art der Butter- oder Valerians•iure als abstoBend oder ekelerregend bezeichnen. Vergessen wit abet dabei nicht, dab wit in solchen Urteilen spezifisch von unserer Kultur gepdigt wurden. Andere Kulturen stehen solchen Geruchsstoffen durchaus positiv gegeniiber und beziiglich der niedrigen Fettsiuren ist un- sere Haltung wohl auch etwas ambivalent, wenn wit dabei an einen ,,duften- den" K•ise und nicht an SchweiBfiiBe denken. Ohne welter auf dieses sicher hochinteressante Grenzgebiet zwischen Zoologie, Blochernie und Dermatologie einerseits, Psychologie und Sozio- logie andererseits einzugehen, sollen noch einige Punkte der beabsichtigten Beeinflussung des Hautgeruches angedeutet wetden.
OBER NATORLICHEN UND ARTIFIZIELLEN HAUTGERUCH 837 M•)GLICHKEITEN UND BEDEUTUNG DER BEEINFLUSSUNG DES HAUT- UND I•SRPERGERUCHS Nach den obigen Ausftihrungen tiber das Zustandekommen des Haut- und K6rpergeruches bieten sich zu deren Beeinfiussung drei verschiedene M6glichkeiten an: 1. Die Werminderung und Vera•derung des nat,?lichen Hautgeruches durch Einschra•kung der Geruchsquellen Im Vordergrund steht dabei neben einer peniblen Reinigung, bei der praktisch die gesamte Oberfi•ichenschicht aus Kerafin, Talg- und SchweiB- rtickst•inden entfernt wetden mtiBte, die Entfernung aller Haare, deren Rolle als GeruchstEiger am ehesten noch bei den Achselhaaren erkannt wird. Zu- s•itzlich mtiBte ein so sauberer und enthaarter Mensch abet auch noch saug- f•ihige Vorlagen in Achselh6hlen, im Schritt und zwischen den Zehen tragen. Wenn er dann noch entsprechend zurtickhaltend iBe und mehrfach tiglich das Bidet bentitzte, k6nnte sich ein solchef Mensch wenigstens ftir uns Mit- menschen so ziemlich dem ,,geruchlichen Nullpunkt" nihern. Ob man ihn dann allerdings noch ,,riechen mag", steht auf einem anderen Blatt. 2. Die Verahderung des nat,?lichen Hautgeruches durch Behand/ung der ge- samten Oberfl#che Der ebengenannten, ,,seelenlosen" Geruchsminderung steht ein yon un- serer Kultur akzeptierter KompromiB gegentiber: Eine verntinftigerweise nicht ganz vollst•indige Reinigung etwa durch ein Bad, das meist zur Appli- kation yon Duftstoffen benutzt wird, die t•igliche Haarpflege und ein Niu- tiger Wechsel der W•ische, die ihrerseits nicht nut der Bindung unerwtinsch- ter Geruchsbildner, sondern auch als Tr•iger zus•itzlicher Duftstoffe dienen kann. 3. Die gegielte Behand/ung der wichtigsten Geruchsquellen Die dritte M6glichkeit zur Beeinflussung des Haut- und K6rpergeruches richter sich speziell gegen die frtiher erw•ihnten Hauptquellen des Individual- geruches. Er reicht yon der Pfiege und Parftimierung der Haare, tiber Mittel zur Oberdeckung von Mund- und Atemgertichen, Rasur, SchweiBbekimp- lung und Desodorierung der Achselh6hlen, tiber die Intimkosmetik bis hin zur Bek•impfung des FuBschweiBes - kurz, er umfaBt einen GroBteil der modemen Kosmetik, die gerade hier auch immer Parftimistik ist.
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