838 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Denn kaum eine Kultur hat die K6rperpflege ausschlieBlich als Reinigung berrieben, sondern immer auch mir dem Versuch kombiniert, den natfirlichen Hautgeruch zu vermin&m, zu ver•indern oder auch zu verst•irken. ZUKONFTIGE PARFOMISTIK Man ist nut zu leicht geneigt, in solchen MaBnahmen eine Verspieltheit tibers•ittigter Kulturen oder modische Narrheiten zu sehen. Doch nut zu leicht vergiBt man den wahren sozialen und sexuellen Hintergrund des Individualgeruches, der bis zum Vorliegen gesicherter Fundamentalkennt- nisse v611ig mir Recht als magisch und raystisch angesehen wird. Mir ist nicht bekannt, ob es diesen Zweig einer wissenschaftlichen Par- ftimistik tiberhaupt schon gibt. Ich bin abet fiberzeugt, dab gerade auf dem Gebiet der Psychologie und Soziologie des Individualgeruches noch erheb- liche f2berraschungen zu erwarten sin& Wahrscheinlich dtirften ftir die zuktinftige Parftimistik zun•tchst jedoch praktische Fragen im Vordergrund stehen. Zu denken w ,tre dabei z. B. an Depotparftims, an laterite Parftims, d. h. solche, die erst bei Erh6hung der Hauttemperatur oder erh6hter SchweiBsekretion freigesetzt wetden oder auch an Substanzen, die mir der Nahrung zugeftihrt, als Duftstoffe tiber die Haut ausgeschieden wetden (es muB nicht immer Knoblauch sein). Abet dann dtirften andere Fachgebiete yon der Biochemie tiber die Zoologie und Dermatologie bis hin zur Neuropsychologie und Psychosoziologie soviel Material geliefert haben, dab sich die wissenschaftliche Parftimistik geradezu zwangsl•tufig mir den Grundfragen des menschlichen Zusammenlebens und seine Beeinflussung tiber den Individualgeruch oder auch mir der Behandlung seelischer St6rungen dutch Ver ,tnderung des Individualgeruches bescNifti- gen wird. Dies mag im ersten Augenblick utopisch klingen, an Parapsychologie und Telepathie erinnem. Doch die ersten Anhaltspunkte ftir eine solche weitreichende Bedeumng des Haut- und K6rpergeruches sind bereits er- kennbar. M6ge die wissenschaftliche Parftimistik sie bald aufgreifen und zum Nutzen der Gesellschaft und des einzelnen weiterentwickeln. ZUSAMMENFASSUNG Die Ursachen des nattirlichen Eigengeruches des Menschen werden be- sprochen. Die Individualsph•tre des Geruchs entspricht ungefiihr den drei Komponenten, Kleidung und Haare sowie Hautoberfl•tche und K6rper6ff-
OBER NATORLICHEN UND ARTIFIZIELLEN HAUTGERUCH 839 nungen. Zu den den Eigengeruch beeinflussenden Faktoren z•ihlen z. B. klimatische ebenso wie solche der Ern•ihrung und der Arzneimittelappli- kation. Die soziale Bedeutung des normalen Haut- bzw. K6rpergeruchs wird er6rtert. Drei M6glichkeiten zur Beeinflussung der K6rpergeruchsspNire werden abgegrenzt, kurze Hinweise auf die Aufgaben der wissenschaftlichen und praktischen Parftimistik gegeben.
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