J. Soc. Cosmetic ChemisIs 23, 803-806 (1972) Die Wirkung des Natriumlauryl- sulfats auf die Penetration yon Elektrolyten in die Haut GYULA KISS* und ISTVAN HORVATH Synopsis--The effect of sodium laurylsulphate on the penetration of electrolytes into the skin. Sodium laurylsulphate, commonly found in detergents, changes the •lectric impedance of the skin, and thus increases its permeability for electrolytes. Presumably, the penetration of other substances present in detergents is also facilitated by this phenomenon. Die modernen synthetischen Waschmittel beeinflussen die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Haut und dadurch ihre biologischen Reaktionen stark. •ber Einzelheiten dieser Auswirkungen berichteten zahl- reiche Autoten (1). Die Untersuchungen erstreckten sich auf die Enffettung der Haut, auf Ver2nderungen des HauteiweiBes bzw. des Keratins, auf die Steigerung der Hydraration der Haut, die irritierende Wirkung, auf die Ver- 2nderungen des pH-Wertes, der Pufferkapazit2t und der Alkalineutralisation und auch auf die sensibilisierende Wirkung. Bcmerkenswert war die Fest- stellung, dab mir radioaktivem Kohlenstoff (14C) markierte Laurins2ure dutch die epidermale Barriere in die tieferen Schichten des Epithels ddngt (2). Unsere Untersuchungen dienten der Feststellung, ob und in welchem Aus- maB die weir verbreitete Benutzung des Natriumlaurylsulfats die Permeabili- t2t der Haut ver2ndert. Die Bedeutung der Frage ist dadurch gegeben, weil die Steigerung der Epidermispermeabilit•t ftir Elektrolyten haupts2chlich die Folge einer Sch2digung der im Epithel befindlichen Barriere ist und zu- gleich auch andere in Waschmitteln enthaltene Stoffe, wie etwa Metalle, leichter einzudringen verm6gen und die Sensibilisierung gegentiber diesen Substanzen bedingen k6nnen. '* Dermatologische Abteilung (Chefarzt: Dr. Gy. Kiss) des Krankenhauses (Ditektot: Dr. I. Lfilek) der Stadt Esztergom, Volksrepublik Ungarn. 8O3
804 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS PRINZIP DER METHODE Wir untersuchten die Wirkung des Natriumlaurylsulfats nach der Methode, die auf der bekannten Tatsache beruht, dab die ungesch•idigte Haut im elektrischen Stromkreis gem•iB ihrem Aufbau einen Widerstand wechselnder Gr6Be darstellt. Der elektrische Widerstand der Haut ist bei Gleichstrom h6her, bei Wechselstrom geringer. Dieset Unterschied der Widerstands- werte bei Gleich- und Wechselstrom ist dadurch zu erkl•iren, dab in der Haut auBer dem ohmschen Widerstande in der Grenzfi•iche auch ein kapazitiver Widerstand besteht. Die Haut kann also hinsichtlich ihres elektrischen Ver- baltens dutch die Parallelschaltung eines ohmschen Widerstandes und einer Kapazit•it ann•ihernd ersetzt werden. Ohmschef Widerstand und Kapazifiit bilden zugleich eine e/ektrische Impedan•, deren Wert ftir das untersuchte Hautgebiet charakteristisch ist. Die vorgenannten elektrischen Eigenschaften lokalisieren sich in den Schichten der Epidermis. Der elektrische Widerstand himrot n•imlich bei der Entfernung der oberen Hautschichten ab. Die die elektrischen Eigenschaften bedingende strukturell zusammenNingende Gren- ze ist die Barriere yon Szakall. Diese Barriere schtitzt den Organismus vor den yon der Hautoberfl•iche eindringenden Stoffen und verhindert infolge ihrer elektrischen Ladung die Penetration ionenhaltiger FRissigkeiten. Des- halb bestimmt die elektrische Ladung der Barriere auch die Permeabilit•it der oberen Hautschichten ftir Elektrolyten. Aus den gut registrierbaren Ver•inderungen der elektrischen Ladung bzw. des Widerstandes l•iBt sich auf das AusmaB der Permeabilifiit ftir Elektrolyten schlieBen. Der Wert der elektrischen Impedanz ist bei der gesunden Haut innerhalb gewisser Grenzen ver•inderlich. Es gibt individuelle Unterschiede und Ab- Ningigkeit yon der Tageszeit, verschiedenen K6rperregionen usw. Ferner beeinflussen den Impedanzwert auch Sch•idigungen, physikalische und che- mische Wirkungen, Hautkrankheiten (z. B. maligne Tumoren u.a.) (3). Daraus wurde geschlossen, dab die elektrische Impedanz der Haut •ihnlich durch Natriumlaurylsulfat ver•indert werde, worauf man mittels Relativ- messungen auf Ver•inderungen der Permeabilit•it der Elektrolyte rtickschlie- Ben k6nne. MESSUNGEN Mir der Apparatur, dem Impedanz-MeBger•it* (vgl. das Schema in nach- stehender .Abbi/daneg ) wurden die Ver•inderungen der elektrischen Impedanz ermittelt. Der mir 1 bezeichnete Wechselstromoszillator lieferr die ftir die * Eingehende Informationen tiber dieses Instrument erteilt der erstgenannte Autor auf Anfragen.
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