816 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS nenten. An diesem Beispiel wird fibrigens das Po•yfunktionelle des Parfilms deutlich, das selbst das wissenschaftliche Verst•indnis fir diese Mittel ver- unsichert. Andererseits n•imlich k6nnen zwar PNiniatrika durchaus die eine Entstellung bestimmungsgem•iB beseitigen, abet &fir eine neue, eine olfak- torische, Entstellung setzen. Eine praktisch realisierbare sorgf•iltig abge- sfimmte kompensierende Parfimierung eines solchen Mittels soll solchen Entstellungsverschiebungen vorbeugen. Die Kompensafion des Eigenge- ruchs des PNiniatrikums ist also nicht nut Selbstzweck seiner Parfimierung. Sie soll auch die adaptive Wirkung des Mittels sichem. Msso•iativ wirksame Parf/imieruneg Jedoch ist die Parfimierung der PNirdatrika eine MaBnahme des Marke- ting zugleich, der Werbepsychologie. W. Klages und I. Klages (11) haben in medizinalem Zusammenhang an die alte Erfahrung verwiesen, dab der Mensch Geriche mir ,,bestimmten spNirischen Stimmungen" verknipft und Geruchsempfinden mit gewissen Objekteigenschaften zu Schablonen assoziiert, wie etwa den Geruch frisch gewaschener W•ische mir ihrer Sauber- keit oder die Qualit•it einer Ware mir ihrem spezifischen Geruch. Erinnert sei an den Versuch, reit Fabrikneuwagen-Parfim Gebrauchtwagen verk•iuf- ticher zu machen, wie Mitchell, Konigsbacher und Edinan (12) berichteten, oder an den erfolgreichen Versuch yon Mehling (13), mir parfimierten Hosen einen h6heren Umsatz als mir unparfimierten zu erzielen. Mir diesen Hinweisen sei dargelegt, dab technische Parfilms sich rdcht nut dutch den bestimmungsgem•iBen Gebrauch, sondern auch dutch ihre Zu- sammensetzung yon den zur Beseifigung oder Vorbeugung k/Srpergeruch- licher Entstellungen gebrauchten Olfaktoria unterscheiden. Das fir den Menschen bestimmte Parfilm ist ein Gemisch synthetischer und natirlicher Riechstoffe mir unterschiedtichen Geruchsqualit•iten in alkoholisch-w•iBriger L6sung, das fir sich als solches oder als Zusatz zu Ph•iniatrika in angemes- sener Dosierung zur Adaptation des PNinopathen an seine soziale Urnwelt dutch Behebung oder Vorbeugung olfaktorischer Entstellungen benutzt wird. Von der Wahrnehmung her (14) ist das Parfilm als Gebilde aufzufassen, dessen Geruch mehr ist als die Summe der Geriche seiner Riechstoffbestand- teile. Das Olfaktorium in Beziehung zur Gestaltp•chologie unter Verwertung der Erfahrungen als Parfimeur zu setzen, versuchte erstmals P. Jellinek (15). Es w•ire erwiinscht, dieset Anregung zu Untersuchungen groBzigig zu folgen, da sich daraus weftvoile praktische Konsequenzen ergeben k•Snnten, gerade vom Standpunkt des Adaptationsmodells der Kosmetik. Der Ge- staltpsychologe D. Katz (16) allerdings meldet Zweifel an der Existenz von
DIE BEDEUTUNG DES PARFOMS 817 Geruchsgestalten an und meint, es k6nnte auch Ganzheiten geben, die nicht in das Gestaltschema passen. Die Auffassung als Geruchsgestalt - vorbehalt- lich weiterer Befassung mir diesera Problem - macht meines Erachtens die eigentliche Bestimmung des Parffims leichter verst•indlich. 3'ex.e//e Bede.t. ng des Kdrperger. chs Vor 60 Jahren behandelte H. Ellis (17) im von A. Moll herausgegebenen ,,Handbuch der Sexualwissenschaften" den Geruchssinn in seiner Bedeutung fiir die Sexualitiit des Menschen. Ellis' Beltrag enthiilt - wbrtlich - folgenden Satz: ,,Infolge der essentiellen und fundamentalen Identitiit der Getfiche - selbst Getfiche, die sehr welt voneinander entfernten Quellen entstammen, sind einander chemisch •ihnlich - finden wit, dab Parffims vielfach dieselbe sexuelle Wirkung ausfiben, wie ursprfinglich die Kbrpergerfiche." Damit war Jellineks (18) Hauptthema ,,Parffimerie und Erotik" im Buch fiber ,,Die psychologischen Grundlagen der Parffimerie" schon frfihzeitig als Aufgabe konzipiert, eine Feststellung, die den Weft dieset Arbeit des Autors als detaillierte, auch zur Kritik herausfordernde Formulierung aus der Sicht des modemen Parffimeurs steigert. Sie sollte abet mehr Beachtung in der Praxis finden. Darstellung erogener Haut•onen als //beroptimale Mttrappen mittels Olfaktoria Der Aspekt des Adaptationsmodells der Kosmetik bezieht die dutch Wir- kungsminderung oder Fehlen yon Ausl•Sserstrukturen berlingten Ent- stellungen ein. Als solche Ausl•Sserstruktur er•Srtert kurz H. Schelsky (19) Reste sexueller Instinktschemata in der menschlichen Sinneswahrnehmung, neben den spezifischen Formen des weiblichen und m•innlichen K•Srpers auch die sexuellen Dfifte, die nach der nach wie vor bestehenden Meinung yon den apokrinen SchweiBdrfisen geliefert werden. Die yon Jellinek (1. c.) eingeffihrten Begrifle ,,erogene Riechstoffe" und ,,erogene Geriiche" kann man nut als Teil eines gr•SBeren Zusammenhangs verstehen, der nichts mir olfaktorischen Entstellungen zu tun hat. Weft doch Versuchen iramet die Entscheidung vorbehalten bleiben muB, w•ire es sinn- roll und interessant zu prfifen, ob nicht jene Riechstoffe oder die gestalt- theoretisch Ganzheiten bildenden erogen wirksamen Parfilms bei Ver- suchspersonen z.B. das Endokrinium und fiberhaupt sexualphysiologische Vorg•inge vorbereitend zu beeinflussen verm•Sgen.
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