134 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Das Hauptproblem bei der Entwicklung und Prtifung von Hautfeuchtig- keitsregulatoren liegt darin, dag die Messung ihrer Effekte schwierig ist. Da die megtechnische Erfassung von Effekten jedoch Voraussetzung zum Auffinden von Wirkstoffen ist, befat•ten auch wir uns zun•ichst mit der Entwicklung von Prtifmethoden. f2ber die Resultate dieser Arbeiten und die Entwicklung eines neuen Wirkstoffes wird im folgenden berichtet. 2. Met•methoden 2.1 In vitro-Nachweise Ftir ein Screening potentieller Hautfeuchtigkeitsregulatoren wurden die folgenden in vitro-Modelle entwickelt: 2.1.1 Errnittlung der Gleichgewichtsfeuchte Proben der zu untersuchenden Substanzen (ca. 300-500 mg} wurden mit einer definierten Menge Wasser angefeuchtet und bei 23 ø 24 Stunden ver- schiedenen Luftfeuchtigkeitsgehalten (1%, 30%, 47ø/,, 65 %, 89 % und 100% relative Feuchtigkeit} ausgesetzt. Die Werte der aufgenommenen bzw. abgegebenen Wassermengen wurden gravimetrisch bestimmt und graphisch aufgetragen. Aus den hieraus resultiercndcn Kurven kann diejenige relative Feuchtigkeit ermittelt werden, bei der weder Wasser- abgabe noch Wasseraufnahme erfolgt. Dieser Wert, den wir als Gleich- gewichtsfeuchte bezeichnen, ist ein Mat• ftir das Wasserretentionsverm•3- gen einer Substanz. Je niedriger der Wert liegt, um so positiver ist das Pro- dukt zu beurteilen. Aus der Steilheit der Kurve lal•'t sich weiterhin das Wasseraufnahmeverm•3gen {Hygroskopizit&} der Substanz ablesen. 2.1.2 Messungen an der Schweinepidermis Als Modell wurde Schweineepidermis gew•ihlt, weft sic der mcnschlichcn Haut in ihrem Aufbau ahnlich ist. 2.1.2.1 Gewinnung der Schweinepidermis Unmittelbar nach dem T•3ten der Schweine wurdcn dic Borsten der Haut mittels einer Haarschermaschine {Scherkopf 0,1 mm) abgcschnittcn. Die Schweine wurden in 50-60 ø warmem Wassser ca. 3-5 Minuten gebrtiht, die Epidermis anschlief•end abgeschalt und bei - 20øbis zum Gebrauch gelagert.
SCREENING PROCEDURES FOR REGULATORS OF SKIN MOISTURE 135 2.1.2.2 Bestimmung der Wasserretention sowie der Rehydratation yon Schweineepiderrnis Ausgestanzte Epidermisstiickchen (1 x 2 cm} wurden 2 Stunden in eine 10-prozentige L6sung der Priifsubstanz gelegt, unter standardisierten Bedingungen mittels einer kleinen Presse abgetupft und 24 Stunden zwi- schen 2 Klammern frei hangend in einem 100ml Erlenmeyerkolben bei 23 ø und 30 % bzw. 50 % relativer Feuchtigkeit leingestellt dutch Schwefel- siiure-Wasser-Mischungen} getrocknet. Die Austrocknung der impragnier- ten Probe auf X-% des Anfangsgewichtes wurde mit dem entsprechenden Weft einer in reines Wasset gelegten Epidermis (Blindweft} verglichen. Die Verbesserung der Wasserretention sowie der Rehydratatmn gegentiber dem Blindweft wurde in zZ % H20 angegeben. Die Abweichungen betrugen bei den jeweiligen Doppelversuchen maximal + 2 absolute Einheiten. Bei gr6f•eren Abweichungen wurde der Versuch wiederholt. Die Rehydratation wurde dutch 24-stiindiges Trocknen der impriignierten und abgetupften Schweineepidermis bei 30% relativer Feuchtigkeit und anschlief•ende 24-stiindige Inkubation bei 90% relativer Feuchtigkeit analog bestimmt. 2.1.2.3 Elas tizit•'tsrnessungen yon Schweineepidermis Das elastische Verhalten der Epidermis wird durch den Hydratations- zustand des Stratum corneum maggeblich beeinflugt. Wird die mit Feuch- tigkeitsregulatoren impriignierte Schweineepidermis bei konstanter Luft- feuchtigkeit getrocknet, so kann die hydratisierende Wirkung der Priif- substanzen dutch vergleichende Elastizitiitsmessungen mir der in Wasset gelagerten Epidermis bestimmt werden. Hierzu werden ausgestanzte Epidermissttickchen {1 x6 cm} zwei Stunden in 10-proz. wiigrigen L6sun- gen des zu prtifenden Produktes gelegt und tmter standardisierten Bedin- gungen abgetrocknet {vgl. 2.1.2.2}. Die Proben wurden zwischen zwei Klammern frei hangend bei 90% relativer Feuchte 24 Stunden inku- biert und in einer Zugprtifmaschine* bei 0-50 p Belastung mit einem Vorschub yon 10 mm/min gedehnt. Als Mag ftir die Elastizit& wurde die Dehnung in mm angegeben, die im linearen Teil der Kraft-Deh- nungskurven bei einer Belastung zwischen 5-30 p gemessen wurde. 2.2 In vivo-Nachweis Entscheidend ftir den Wirkungsnachweis ist der Nachweis der Feuchtig- keitsretention am Menschen. Bei diesen Prtifungen mug unbedingt darauf * Fa. Zwick & Co., {Type 1402), Einsingen/Donau
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